Natur & Tierwelt

Schildkröten - die sanften Riesen

Derzeit gibt es weltweit 431 bekannte Arten an Schildkröten. Die am häufigsten an der Riviera Maya zu findenden sind die echten Karettschildkröten, die grünen Meeresschildkröten (auch weiße Schildkröte oder Suppenschildkröten genannt) und die Caguama Schildkröten. Ganz selten wurden auch Exemplare der Laúd-Schildkröten gesichtet. Die Laúd-Schildkröte ist die größte noch lebende Schildkrötenart und kann bis zu 2,5 m lang und 700 kg schwer werden. Sie hat, anders als die meisten ihrer Artgenossen, keinen Rückenschild aus Hornschuppen, stattdessen ist ihr Knochenpanzer von einer ledrigen Haut umgeben, weshalb sie auch Lederschildkröte genannt wird. Alle Vertreter sind wechselwarme, eierlegende Kriechtiere, die sich hauptsächlich von Seegras ernähren.

 

Hier an der Riviera Maya könnt ihr diese schönen Meereslebewesen in ihrem natürlichen Umfeld bestaunen. Man findet sie zum Beispiel im Naturschutzgebiet Sian Kaan oder auch in Akumal. Akumal bedeutet in der Maya-Sprache so viel wie „Platz der Schildkörten“ und hat diesen Namen auch mehr als verdient. Hier kann man zahlreiche Schildkröten finden und mit ihnen schnorcheln und tauchen. Sie werden bis zu 90 Zentimeter groß und 75 Kilo schwer. Besonders gut kann man diese faszinierenden Wesen am Morgen beobachten, wenn noch nicht so viele Menschen an den Stränden sind. Zwischen Mai und September nisten sie entlang der Riviera Maya und natürlich ebenfalls in Akumal. Die Weibchen legen drei bis fünf mal im Jahr zwischen 80 und 150 Eier in den warmen Sand. Bis zum Schlüpfen dauert es dann bei den Karettschildkröten 57 bis 64 Tage. Dabei ist die Temperatur für das Geschlecht der Schildkröten entscheidend. Bei hohen Temperaturen schlüpfen hauptsächlich Weibchen und bei niedrigen Temperaturen vorwiegend Männchen. Deshalb hat auch die globale Erwärmung verheerende Folgen für die Schildkröten. Bei einer australischen Population konnte schon nachgewiesen werden, dass durch die Erwärmung auf ein männlichen 116 weiblicher Nachwuchs kommt. Es ist anzunehmen, dass es bei den hiesigen Schildkröten nicht anders verlaufen wird.

 

Die grüne Meeresschildkröte kann 40 bis 50 Jahre alt werden und kann sich am Erdmagnetfeld orientieren. Mit 10 bis 15 Jahren wird sie geschlechtsreif und findet auf Grund ihres Orientierungssinns ihren Geburtsort auch nach Jahren wieder, um dort selbst Eier zu legen.

 

Mittlerweile sind beide Arten stark gefährdet. Sie wurden lange Zeit und werden immer noch wegen ihres Fleisches, den Eiern oder auch des Panzers gejagt. Obwohl das Fleisch der Schildkröten giftig sein kann, wenn sie zuvor giftige Meereslebewesen oder – pflanzen gefressen haben, gilt ihr Fleisch in vielen Kulturen als Delikatesse. Der Panzer wird beispielsweise für Kunstgegenstände oder Schmuck verwendet und ist ebenfalls sehr begehrt. Mittlerweile sind beide Arten vom Aussterben bedroht und die grüne Meeresschildkröte steht schon seit 1988 unter internationalem Schutz. Auch in Akumal versuchen freiwillige Helfer und Organisationen die Tiere zu schützen und sperren beispielsweise die Nester ab. Ebenfalls achten sie auf den richtigen Umgang der Touristen mit den Tieren. Der natürliche Lebensraum der Schildkröten muss gewahrt werden, um sie vor dem Aussterben zu retten. Auch mit Abstand zu den Tieren oder vom Boot aus, sind sie wunderbar anzusehen und definitiv ein Highlight eines jeden Urlaubs!


Delfine - die Wunderwesen des Meeres

Es gibt kaum jemanden, der sie nicht liebt: Delfine! Und fast jeder hat in seiner Kindheit mindestens eine Folge "Flipper" gesehen und sich gewünscht, diesen klugen Meeressäuger zum besten Freund zu haben. Wenn wir ihnen auf unserer Tour durch das Naturschutzgebiet Sian Kaan oder gelegentlich auch auf der Fahrt nach Holbox in freier Natur begegnen, sind einige Gäste so berührt, dass sie tatsächlich Tränen in den Augen haben. Kein Wunder, eine Begegnung mit diesen wundervollen Geschöpfen ist auch wirklich einmalig! Und so hören wir auch jedes Mal ein kollektives "Oh!", wenn sich die Tiere ganz freiwillig dem Boot nähern und uns eine Weile begleiten. Man hat fast den Eindruck, als wären sie genau so neugierig auf uns wie wir auf sie!

 

Delfine gehören zu den Zahnwalen und sind somit Säugetiere, die im Wasser leben. Sie sind die vielfältigste und größte Familie der Wale und sind in allen Meeren verbreitet. Wie sehen hier überwiegend so genannte Flaschennasen-Delfine. Im Gegensatz zu "Flipper", also dem großen Tümmler, sind sie etwas ruhiger, keine großen Sprung-Artisten, und ihre Nase ist - und daher haben sie ihren Namen - auch etwas runder als bei anderen Delfinarten. Durch ihre sehr speziell geformte Schnauze sehen sie aus, als ob sie ständig lächeln würden. Auch diese Besonderheit macht sie für uns alle so anziehend, und ganz unwillkürlich lächelt man bei ihrem Anblick auch selbst.

 

Delfine gehören zu den intelligentesten Tieren. Das liegt daran, dass ihr Gehirn groß ist und eine komplexe Hirnrinde hat. Viele Wissenschaftler vertreten inzwischen die Meinung, dass Delfine nicht nur eine hohe geistige Kapazität haben, sondern auch über eine emotionale Intelligenz verfügen und demnach fähig sind, Leid und Kummer - zum Beispiel bei Schmerz, Gefangenschaft oder Verlust - zu empfinden. Sie sind sehr soziale Wesen, die meist in Gruppen zusammenleben und ein ausgeklügeltes Kommunikationsverhalten haben. Sie verständigen sich mit Klicklauten, Pfeifen, Schnattern und anderen Geräuschen untereinander. Sie kommunizieren aber auch durch Körperkontakt mit ihren Artgenossen. Außerdem  sind sie in der Lage, ihre Umwelt durch Echo-Ortung wahrzunehmen.

 

Delfine sind schnelle Schwimmer, sie erreichen Geschwindigkeiten bis zu 55 Kilometer pro Stunde und brauchen Platz zum Leben und zur Nahrungssuche. In den Weiten des Ozeans sind sie deshalb perfekt aufgehoben. Das ermöglicht ihnen - neben der Freiheit zum Schwimmen von großen Distanzen - auch das Abtauchen in tieferes (kühleres) Wasser. Ja, Delfine brauchen Schatten! Ihre Haut ist empfindlich, und zu starke Sonneneinstrahlung oder gar ein Austrocknen der Haut ist für sie gefährlich. Ein kleines (Beton-)Becken, in dem weltweit nach wie vor Delfine zur Schau gestellt werden, kann daher nie die Standards eines Meeres besitzen, verhindert ihr natürliches Sozial- und Jagdverhalten und schadet ihrer Gesundheit. Auch der Kontakt mit Menschenhaut und den darauf befindlichen Bakterien ist übrigens für Delfine nicht gut, weil sie dadurch Hautkrankheiten entwickeln.

 

Delfine schlafen, indem sie immer eine Gehirnhälfte einschlafen lassen. Die andere bleibt wach! Dadurch können sie ihre Atmung aufrechterhalten. Außerdem bleibt ein Auge beim Schlafen stets geöffnet, sodass sie ihre Umgebung und mögliche Angreifer weiterhin wahrnehmen können.

 

Wie alle Wale bringen Delfine stets nur ein Junges zur Welt. Die Tragzeit beträgt im Durchschnitt ein Jahr, variiert aber von Art zu Art. Die Kälber bleiben teilweise bis zu sechs Jahren bei ihren Muttertieren, beginnen aber bereits im Alter von wenigen Monaten, selbstständig Nahrung zu suchen. Bei den Flaschennasen-Delfinen sind es so um die 22 Monate, die das Baby bei der Mutter bleibt. (Der Vater haut übrigens nach der Zeugung fix wieder ab, sobald er seinen Spaß hatte...) Tja, auch in der Delfin-Welt ist nicht alles so romantisch, wie man es sich vorstellt ;-)

 

Man könnte stundenlang über diese faszinierenden Tiere reden und schreiben. Oder man schaut sie sich an - und zwar dort, wo sie auch hingehören: im offenen Meer - zum Beispiel auf unserer Sian Kaan Tour. Wir jedenfalls finden sie wild und frei am aller schönsten.

 


Aguti - was bitte ist das?

Agutis sehen wie ein großes, hochbeiniges Meerschweinchen aus. Die südamerikanischen Nagetiere können sehr schnell rennen und sind reine Pflanzenfresser. Sie kommen über all auf der Yucatán Halbinsel und auch in vielen Hotels vor. Sie können maximal 20 Jahre alt werden. Die Hinterbeine sind deutlich länger als die Vorderbeine und haben vier Zehen, die Vorderbeine nur drei. Sie sind braun bis rötlich gefärbt und am Bauch weiß bis gelblich. Der große Kopf hat kleine, runde Ohren und große Augen. Sie können ziemlich groß werden und messen von der Nase bis zum Po 42 bis 62 cm. Sie wiegen zwischen eineinhalb und vier Kilogramm. Der Schwanz dagegen ist nur ein kleiner Stummel.

 


Nasenbär

Neben dem südamerikanischen Nasenbären gehören auch der Weißrüssel-Nasenbär und der Nelson-Nasenbär zur Gattung der Nasenbären. Sie werden zischen 40 und 70 cm lang und können 16 bis 18 Jahre alt werden. Sie gehören zur Ordnung der Raubtiere, sind in der Regel aber nicht gefährlich und lassen Menschen komplett in Ruhe. Ganz im Gegenteil, sie kommen in vielen Hotels den Menschen durch Fütterungen sehr nahe. Aber Vorsicht: sie können empfindlich zubeißen und sollten auf gar keinen Fall gefüttert werden!


Leguan

Mexiko steht weltweit auf Rang eins der Reptilienarten. Leguane, wie der Schwarzleguan, sind in Mexiko besonders häufig anzutreffen. Sie verstecken sich meist in Felsspalten. Man kann sie jedoch bei Hitze in vielen Hotels und auch in den Tempeln der Maya überall entdecken. Vor allem in Tulum gibt es sehr viele. Sie passen sich farblich ihrer steinigen Umgebung perfekt an. Sie sind in der Regel recht scheu, daher sollte man nicht zu schnell auf sie zugehen. Auch sollte man sie auf keinen Fall füttern, sie können sehr heftig zubeißen. Es gibt auf der Yucatán Halbinsel viele Arten von Leguanen, jegliche Größe und viele verschiedene Farben. 

 


Walhai

Die Saison der Walhaie beginnt hier in der Region ab Mitte Mai und endet Mitte September. An kaum einem Ort auf der Erde lassen sich die Tiere besser beobachten als in Mexiko. Die sanften Riesen zeigen sich zwischen Juli und August an guten Tagen zu Hunderten an der Wasseroberfläche vor den Inseln Contoy, Holbox und Mujeres. Das Gebiet zwischen Golf von Mexiko und Karibik soll eines der reichsten Fressplätze der Welt sein. Riesige Planktonmengen gelangen aus den kalten Regionen des Atlantiks an die Oberfläche und alle kommen zum Fressen: Marline, Thunfische, Delfine, Sardinen, Haie, Mantarochen und Walhaie. Sie sind zu einer der größten Attraktionen in der mexikanischen Karibik geworden. Aufgrund der Punkte auf ihrem Rücken werden sie oft auch "Dominos" genannt. Sie werden bis zu 16 m lang und sind Einzelgänger. Ihr Lebensraum sind die tropischen Meere der Welt  und sie ernähren sich von Plankton und Fischeiern. Im August 2009 hat man bei einem Flug über die Region die größte Ansammlung von fast 420 Tieren registriert. Die Fische sind sehr gutmütig und lassen sich von einzelnen Schnorchlern nicht von der Nahrungsaufnahme abhalten. Viele Boote und Schwimmer allerdings können die Tiere bei der Nahrungsaufnahme stören, sie tauchen ab. Eine unzureichende Ernährung stört die Tiere zu wachsen und sich zu vermehren. Deswegen werden Lizenzen für Boote und Ausflugsteilnehmer stark beschränkt und genaue Verhaltensregeln für Touristen beim Schnorcheln müssen eingehalten werden.


Pelikan

Der Braunpelikan ist ein großer Wasservogel, der bei einer Körperlänge von bis zu 1,37 Metern eine Flügelspannweite von bis zu 2 Metern erreichen kann. Sie werden komplett weiß geboren und erhalten ihre Färbung von braun bis grau erst als ausgewachsene Jungtiere. Die Männchen haben eine auffälligere Färbung am Kopf mit braun und weiß. Vor allem im Naturschutzgebiet Sian Kaan und auch auf Holbox können die Tiere gut beobachtet werden. Sie tauchen im Sturzflug ins Wasser um Fische zu erbeuten. Im Flug nehmen Gruppen der Tiere eine V-Formation ein oder fliegen in einer Reihe. Oftmals kann man die Tiere auch an den Hotelstränden beobachten. 


Flamingo

Die typischen Flamingo-Gebiete liegen im Westen der Yucatán-Halbinsel, in Celestun am Golf von Mexiko. Dennoch kann man oftmals auch viele Tiere in Rio Lagartos oder auf Holbox aus nächster Nähe beobachten. Die beste Zeit, um die Tiere zu beobachten, ist von März bis September. Die zerbrechlich wirkenden Vögel watschen im seichten Wasser umher auf der Suche nach Nahrung. Sie werden weiß geboren und erhalten ihre rosarote Farbe durch die Nahrung, die sich zu sich nehmen - kleine rosafarbene Krebschen mit dem Farbstoff Karotioniod.

 


Spinnenaffe

Der Yucatán-Spinnenaffe gehört zur Familie der Klammerschwanzaffen und ist aufgrund von Zerstörung seines Lebensraumes eine bedrohte Art. Die Spinnenaffen Unterart ist in Mexiko, Belize und Guatemala verbreitet. Die sehr sozialen Tiere leben in der Regel in Gruppen von 20 bis 100 Tieren zusammen und ernähren sich fast ausschließlich von Früchten. Manchmal kommen auch Eier und Insekten dazu. Spinnenaffen in ihrem natürlichen Lebensraum kann man wunderbar in Punta Laguna beobachten. Sie sind zwischen 9,5 und 15 kg schwer, Arme und Beine sind sehr lang und schlank. Der Schwanz wird als Greifschwanz verwendet. Sie sind tagaktiv und halten sich vor allem im oberen Baumkronenbereich auf. 


Tarantel

Die weit verbreiteten Vogelspinnen oder auch Tarantel sind an sich zwar giftig, doch stellt Ihr Gift für den Menschen in der Regel keine Gefahr dar. Der Biss könnte allerdings recht schmerzhaft sein. Oftmals kann man sie bei großer Hitze auf den Highways laufen sehen. Die viel kleinere schwarze Witwe dagegen ist ein ganz anderer Fall. Sie kann nicht nur dem Männchen gefährlich werden, welches nach der Begattung gefressen wird. Bisse sind zwar eher selten, können aber gelegentlich vorkommen. Besonders an Orten, wo es dunkel und kühl ist. Das Hauptsymptom eines Bisses sind Schweißausbrüche und starke Körperschmerzen. Vor allem auf Toiletten kann man diese Spinnen finden, da die durch den Fäkaliengeruch angelockten Insekten die Ernährungsgrundlage der Spinne bilden. 


Jaguar

Jaguare sind die größten Raubkatzen und neben Ozeloten und Pumas auch in Mexiko anzutreffen. Leider werden sie aufgrund der traumhaften Fellzeichnung oftmals gejagt und auch ihr Lebensraum wird leider immer geringer. Deshalb sind sie stark vom Aussterben bedroht und stehen überall unter Artenschutz. Man kann in der Region oftmals Hinweisschilder auf den Highways finden. Auch im Naturschutzgebiet Sian Kaan gibt es noch vereinzelt Jaguare.  Manchmal verlassen sie aufgrund von Hunger die Tiefen des Dschungels und kommen dicht an die Dörfer oder Straßen heran. Dann können sie zur Gefahr für die Menschen aber vor allem für Hunde und Katzen werden. Die größte Gefahr dabei selber für die Raubkatzen sind die befahrenen Straßen, auf denen sie nicht selten im Morgengrauen verenden.


Schlange

In der Region befinden sich sehr viele Schlangenarten. Klapperschlangen, Nattern als auch die große Würgeschlange "Boa Constrictor". Rund 20% der in Mexiko lebenden Schlangenarten sind giftig. Allein auf der Yucatán-Halbinsel leben ca. 30 giftige Arten. Dazu gehören die Klapperschlangen, die Korallenschlangen, die Lanzenottern und der Buschmeister. Dieser und die Korallenschlange ("Coralillo" - in der Regel schwarz oder rot mit rot-gelben Streifen) sind besonders gefürchtet. Sie hat alleine 79 Arten und Unterarten. Bisse kommen bei Menschen extrem selten vor. Sie verfügen über ein sehr wirksames Nervengift (Neurotoxin), das die Verbindung der Nerven untereinander und zwischen den Nerven und Muskeln unterbricht. Zahlreiche Arten der Schlange besitzen Giftanteile, die das Muskelgewebe zerstören. Ohne ein Antiserum ist mit Lähmungen bis zum tödlichen Atemstillstand zu rechnen.


Vögel der Region

In Mexiko gibt es sehr viele Vogelarten, traumhaft bunt und tropisch. Auch der kleinste Vogel der Welt kommt hier vor - der Kolibri. Er gehört zu den kleinsten warmblütigen Tieren und kann in der Luft stehen und auch rückwärts fliegen. Mehr im Süden Mexikos sind die farbenprächtigen Tukane und großen Papageien zu Hause. Jedoch kann man mit sehr viel Glück auch ab und zu hier mal einen Tukan sehen. Dazu kommen viele kleine Papageienarten wie grüne, gelbe oder rote Loros. Auch die farbenprächtigen Mot Mots mit den verlängerten, oftmals türkisfarbenen Schwanzfedern sind mit Glück zu finden. 


Algen? Seegras? - Was denn nun?

 

Wir bekommen vermehrt Anfragen zur Algensituation an der Riviera Maya. Daher möchten wir euch ein bisschen was dazu erzählen und eure Fragen hier beantworten.

 

Woher kommt das Sargassum und warum vermehrt es sich seit einiger Zeit so extrem?

Entgegen dem landläufigen Sprachgebrauch handelt es sich nicht um Seegras, sondern um eine Braunalge - das Sargassum. Über die Herkunft des Sargassums waren sich Wissenschaftler lange nicht einig und es gab unterschiedliche Theorien. Inzwischen ist man sich mehrheitlich sicher, dass das Sargassum aus der so genannten Sargasso-See kommt und mit den Strömungen an die Küste getrieben wird. Jahreszeitlich schwankend gab es immer mal Anschwemmungen von Sargassum, aber sie bewegten sich in einem überschaubaren Rahmen. in 2015, einem sogenannten El Nino Jahr, kam es zu einem verstärkten Wachstum. 2016 und 2017 waren die Strände dann wieder algenfrei.

Seit rund einem Jahr ist ein überproportionales Wachstum zu beobachten und das Sargsassum wird mit Ostwinden an die Küsten von Mexiko, Kuba, Jamaica, der Dominikanischen Republik, Florida und weiteren Karibikdestinationen geschwemmt. Auch 2019 ist übrigens wieder ein El Nino-Jahr.

Warum wächst es nun so verstärkt? Auch darüber streiten sich viele Experten. Fest scheint jedech zu stehen, dass das Sargassum durch die Klimaerwärmung und die Verschmutzung der Weltmeere blüht, sich also vermehrt. Auch Düngemittel, die von der Landwirtschaft in Südamerika ins Meer abgeleitet werden, scheinen nicht ganz unschuldig zu sein. Wir haben also alle - auf die eine oder andere Weise - irgendwie dazu beigetragen, denn die Klima- und damit auch die Wasser-Erwärmung ist ein globales Problem und geht uns alle an.

 

Was sind die Auswirkungen für die Natur?
Für das größte Ökosystem, das wir haben, nämlich das Meer und seine Bewohner, hat das Sargassum gravierende Auswirkungen. So verfangen sich zum Beispiel Schildkröten und kleine Fische in den Sargassum-Teppichen und können sich nicht aus eigener Kraft befreien.

Auch haben es die Schildkröten an manchen Stränden schwer, zur Eiablage an Land zu kommen, da sie die Berge des dort angeschwemmten Sargassum nicht überqueren können.

Über die Langzeitfolgen kann man nur spekulieren... Und auch den Tourismus in den betroffenen Ländern trifft das Problem hart.

 

Was wird gegen das Sargassum unternommen? Und wo kommt es eigentlich hin?

In allen betroffenen (Bundes-)Staaten gibt es unzählige Anstrengungen, das Problem in den Griff zu bekommen. Es werden z.B. schwimmende Barrieren errichtet, die das Anschwemmen des Sargassum verhindern sollen. Über den tatsächlichen Erfolg gibt es jedoch noch keine zuverlässigen Langzeiterfahrungen.

An den Stränden wird - zum Teil manuell und zum Teil mit Maschinen - gesäubert, damit ein ungehinderter Zugang ins Meer möglich ist. Problem daran ist nur, dass mit dem Sargassum auch viel Sand entfernt wird und die Strände dadurch kleiner werden.

Mit dem aufgesammelten Sargassum - und wir sprechen hier von Tonnen und Tonnen täglich - gehen die betroffenen Kommunen unterschiedlich um. In Gebieten mit Landwirtschaft und Feldern wird es zum Teil als Düngemittel verwendet. In Staaten wie Quintana Roo mit den Haupt-Touristenorten, ist das nicht möglich, da wir hier überwiegend Dschungel haben. Also wird es abtransportiert, verbrannt, vergraben oder - und es gibt ja immer wieder pfiffige Köpfe - kreativ verwendet. Inzwischen wurde ein Haus daraus gebaut und eine mexikanische Firma hat einen Schuh auf den Markt gebracht, der Sargassum verwendet.

 

Wissenschaftler mehrerer Staaten haben sich inzwischen zusammengetan, um Lösungen zu finden, die das Problem an der Wurzel packen - nämlich Sargassum erst gar nicht entstehen zu lassen.

 

Kann ich noch baden?

Es gibt Tage, an denen das Meer traumhaft türkis ist und Tage, an denen sehr viele Algen am Strand liegen. Zu welcher Jahreszeit sich was und wie entwickelt, können wir leider nicht vorhersehen. An einigen Buchten ist es schlimmer, an einigen Hotels ist fast gar nichts. Zudem arbeiten die Mitarbeiter der Hotels rund um die Uhr und oftmals per Hand, um die Algen für die Besucher zu entfernen. Ihr werdet also trotzdem das Meer genießen können.

 

Gibt es Ort ohne Algen? Oder Alternativen?

Mexiko hat als Land sehr viel zu bieten, nicht nur Traumstrände, sondern auch traumhafte Süßwasserlagunen, karibische Inseln, tropische Tiere und Maya-Tempel. Trotz der Algensituation kann man hier einen traumhaften und unvergesslichen Urlaub verbringen. Auf vielen unserer Touren werdet ihr keine Algen im Wasser sehen und könnt den Tag so richtig genießen. Zum Beispiel in Bacalar oder auf Holbox könnt ihr perfektes karibisches Feeling erleben. Oder ihr taucht mit uns auf unseren Touren nach Tulum, Chichen Itza, Coba oder EK Balam in die Maya-Kultur ein und erfrischt euch im glasklaren Wasser der Cenoten, die wir besuchen.

 

Lasst euch also bitte euren wohlverdienten Urlaub hier nicht vermiesen! Mexiko ist immer eine Reise wert und wir werden alles dafür tun, euch die Tage hier mit unvergesslichen Erlebnissen zu verschönern!

 


Cenoten

Cenotes - ja, das heißt tatsächlich im spanischen Plural so! Mystisch, beeindruckend, spektakulär - und ein Highlight für jeden Mexiko-Besucher. Entstanden sind sie durch einen Meteoriteneinschlag vor über 60 Millionen Jahren. Damals sind auch Teile der Landmasse von Nordamerika abgebrochen und in einem großen Krater im Golf von Mexiko versunken. Inzwischen nimmt man an, dass dieser Meteoriteneinschlag auch für das Aussterben der Dinosaurier verantwortlich ist und weltweit das Klima verändert hat. Die Landmasse hat sich über die Jahrtausende wieder gehoben, es entstanden neues Land und viele Inseln. Im Kalksandstein der Halbinsel Yucatan sind dabei viele Decken eingebrochen, wodurch sich Höhlen und unterirdische Wasserläufe formten. Mit anderen Worten. Yucatan ist seitdem durchlöchert wie ein Schweizer Käse!

Auf der Halbinsel Yucatan gibt es rund 34.000 registrierte Cenotes. Die meisten davon im Privatbesitz und einige davon sind Besuchern zugänglich gemacht worden. Es gibt drei Arten von Cenotes: offene mit hohen und geraden Wänden, halboffene mit nur einer kleinen Öffnung im so genannten Deckel und geschlossene, also unterirdische Grotten, zum Teil mit Stalagmiten und Stalagtiten.

 

Viele dieser so genannten natürlichen Brunnen sind miteinander verbunden. Zum Beispiel durch den sac actun, der mit rund 350 Kilometern Länge das längste unterirdische Fluss-/Höhlensystem der Welt bildet. Man nimmt an, dass diese Höhlensysteme, die zum größten Teil unter Wasser stehen, der Grund für die Entwicklung der Maya-Zivilisation besonders im nordwestlichen Teil von Yucatá war. Die Maya nutzten die Cenotes als Brunnen, die dienten damit der Wasserversorgung, die in nahezu allen anderen Hochkulturen durch große oberirdische Flüsse erfolgte, wie Nil, Euphrat, Indus oder Ganges. Deswegen bezeichnen Forscher das Höhlensystem auch als "großen Strom der Maya". Auch die trotz lang anhaltender Dürreperioden dichte Bewaldung von Yucatán aird auf die unterirdische Speisung aus den Höhlen zurückgeführt.

 

Die Maya betrachteten die Cecnotes auch als EIngänge zur Unterwelt ("xibalba") und nutzten sie häufig als religiöse Opferstätten, in denen auch Menschenopfer stattfanden. Hier hatten ihrem Glauben zufolge die Götter der Unterwelt ihren Sitz, und auch die Seelen der Ahnen sollen in diesem "Urmeer" gelebt haben.

Vor dem Baden in Cenotes ist das EIncremen übrigens grundsätzlich verboten - im Gegenteil: Hier muss man sich vor dem erfrischenden Bad abduschen, denn die Cenotes werden nach wie vor häufig als Süß- und Trinkwasserspeicher genutzt. Und wer möchte schön gern Mückenspray oder Sonnencreme in seinem Dusch- oder Kochwasser?!

 

Wir haben auf unseren Touren unterschiedliche Cenotes im Programm. Jede für sich ist einzigartis und mit einer ganz speziellen Atmosphäre. Also taucht mit uns ab in die geheimnisvolle Unterwelt der Maya!