Schildkröten

Derzeit gibt es weltweit 431 bekannte Arten an Schildkröten. Die am häufigsten an der Riviera Maya zu findenden sind die echten Karettschildkröten, die grünen Meeresschildkröten (auch weiße Schildkröte oder Suppenschildkröten genannt) und die Caguama Schildkröten. Ganz selten wurden auch Exemplare der Laúd-Schildkröten gesichtet. Die Laúd-Schildkröte ist die größte noch lebende Schildkrötenart und kann bis zu 2,5 m lang und 700 kg schwer werden. Sie hat, anders als die meisten ihrer Artgenossen, keinen Rückenschild aus Hornschuppen, stattdessen ist ihr Knochenpanzer von einer ledrigen Haut umgeben, weshalb sie auch Lederschildkröte genannt wird. Alle Vertreter sind wechselwarme, eierlegende Kriechtiere, die sich hauptsächlich von Seegras ernähren.

 

Hier an der Riviera Maya könnt ihr diese schönen Meereslebewesen in ihrem natürlichen Umfeld bestaunen. Man findet sie zum Beispiel im Naturschutzgebiet Sian Kaan oder auch in Akumal. Akumal bedeutet in der Maya-Sprache so viel wie „Platz der Schildkörten“ und hat diesen Namen auch mehr als verdient. Hier kann man zahlreiche Schildkröten finden und mit ihnen schnorcheln und tauchen. Sie werden bis zu 90 Zentimeter groß und 75 Kilo schwer. Besonders gut kann man diese faszinierenden Wesen am Morgen beobachten, wenn noch nicht so viele Menschen an den Stränden sind. Zwischen Mai und September nisten sie entlang der Riviera Maya und natürlich ebenfalls in Akumal. Die Weibchen legen drei bis fünf mal im Jahr zwischen 80 und 150 Eier in den warmen Sand. Bis zum Schlüpfen dauert es dann bei den Karettschildkröten 57 bis 64 Tage. Dabei ist die Temperatur für das Geschlecht der Schildkröten entscheidend. Bei hohen Temperaturen schlüpfen hauptsächlich Weibchen und bei niedrigen Temperaturen vorwiegend Männchen. Deshalb hat auch die globale Erwärmung verheerende Folgen für die Schildkröten. Bei einer australischen Population konnte schon nachgewiesen werden, dass durch die Erwärmung auf ein männlichen 116 weiblicher Nachwuchs kommt. Es ist anzunehmen, dass es bei den hiesigen Schildkröten nicht anders verlaufen wird.

 

Die grüne Meeresschildkröte kann 40 bis 50 Jahre alt werden und kann sich am Erdmagnetfeld orientieren. Mit 10 bis 15 Jahren wird sie geschlechtsreif und findet auf Grund ihres Orientierungssinns ihren Geburtsort auch nach Jahren wieder, um dort selbst Eier zu legen.

 

Mittlerweile sind beide Arten stark gefährdet. Sie wurden lange Zeit und werden immer noch wegen ihres Fleisches, den Eiern oder auch des Panzers gejagt. Obwohl das Fleisch der Schildkröten giftig sein kann, wenn sie zuvor giftige Meereslebewesen oder – pflanzen gefressen haben, gilt ihr Fleisch in vielen Kulturen als Delikatesse. Der Panzer wird beispielsweise für Kunstgegenstände oder Schmuck verwendet und ist ebenfalls sehr begehrt. Mittlerweile sind beide Arten vom Aussterben bedroht und die grüne Meeresschildkröte steht schon seit 1988 unter internationalem Schutz. Auch in Akumal versuchen freiwillige Helfer und Organisationen die Tiere zu schützen und sperren beispielsweise die Nester ab. Ebenfalls achten sie auf den richtigen Umgang der Touristen mit den Tieren. Der natürliche Lebensraum der Schildkröten muss gewahrt werden, um sie vor dem Aussterben zu retten. Auch mit Abstand zu den Tieren oder vom Boot aus, sind sie wunderbar anzusehen und definitiv ein Highlight eines jeden Urlaubs!