Mexikos Küche –buen provecho (guten Appetit)!

Die Küche Mexikos: vielfältig, kreativ, bunt, scharf, süß ... Man sagt, kein anderes Land hätte so viele unterschiedliche Gerichte wie Mexiko. Die Mexikaner selber behaupten sogar, es gäbe so viele verschiedene Gerichte, dass man 3 Jahre lang jeden Tag etwas anderes essen könnte, ohne sich zu wiederholen. Ob das wirklich stimmt? Den Wahrheitsgehalt konnten wir selbst bei aller Anstrengung noch nicht final überprüfen. Fakt ist jedenfalls: Die Küche Mexikos ist unfassbar lecker!

Gerichte, die wir für typisch mexikanisch halten, entpuppen sich bei näherem Hinsehen allerdings manchmal als so genanntes Tex-Mex-Essen. So zum Beispiel Burritos oder Chili con Carne. Ja, man isst das hier auch – aber typisch mexikanisch ist es nicht!

Haupternährungsmittel hierzulande ist Mais. Und der ist viel mehr als ein Nahrungsmittel. Mais ist auch Tradition, Kultur und Religion. Glaubt man den alten Mayas, dann wurde der Mensch aus Maismasse geformt. Mais ist damit der Ursprung allen Lebens und wird entsprechend verehrt. Schon die Mayas haben viele Dinge zu Ehren des Mais getan: zum Beispiel Schmucksteine in Form eines Maiskorns in die Zähne eingearbeitet. So weit geht man heute nicht mehr, aber Mais ist nach wie vor das wichtigste Nahrungsmittel und kommt zum Beispiel als Tortilla auf den Teller.

So richtig mexikanische echte Klassiker – und vor allem einfach zuzubereiten – sind auch Guacamole, Pico de Gallo und Horchata. Wie das geht? Verraten wir euch!

 

Guacamole

Guacamole ist ein Avocado-Dip, den man etwa zu Taco-Chips oder Fajitas serviert. Sie wird von jeder Hausfrau in Mexiko unterschiedlich zubereitet, dennoch gibt es ein Original-Rezept, das wie folgt aussieht (Zutaten angegeben für 4 Personen):

2 sehr reife Avocados

1 große oder 2 kleine Limetten

1 kleine rote Zwiebel

Salz, Pfeffer und Chili-Gewürz

2 Strauchtomaten

1 Chili-Schote

Petersilie / Koriander

 

Als erstes schält man die Zwiebel, zerhackt sie so klein es geht und gibt die Stücke in eine mittelgroße Schüssel. Wer es schärfer möchte, kann auch eine Jalapeño oder Chilischote schneiden und hinzugeben, ist aber kein Muss. Nun halbiert man die reifen Avocados, entnimmt den Kern und kratzt mit einem Löffel das gesamte grüne Fruchtfleisch heraus (eventuelle braune Stellen entfernt man vorher). Das Fleisch der Avocado zerdrückt man nun in der Schüssel mit einer Gabel und vermischt es mit den Zwiebelstückchen, sodass eine cremige Masse entsteht. Man zerdrückt dann sofort die Limette darüber, damit die Avocadopaste nicht braun wird. Das Ganze wird jetzt noch mit Salz, Pfeffer und Chili gewürzt und abgeschmeckt. Fertig ist die Guacamole! Man serviert sie in einer kleineren Schüssel, garniert sie mit einem Petersilien– oder Koriander-Blättchen und einer kleinen Scheibe Tomate.

Der Dip hat seinen Siegeszug über die ganze Welt eindeutig in Mexiko gestartet, wo sowohl Avocados als auch Limetten haufenweise angebaut wurden und immer noch werden. Das Wort Guacamole stammt aus dem Nahuatl, einer früher im Tal von Mexiko gesprochenen Sprache der Azteken, vom Wort ahuacamolli ab, das einfacherweise so viel wie Avocado-Sauce bedeutet. Guacamole schmeckt übrigens auch sehr lecker auf Brot J

Ein kleiner Tipp: Wer keine Limette in der Guacamole mag kann diese auch weglassen. Da die Guacamole aber schnell braun wird, legt man dann einfach die Avocado-Kerne bis kurz vor dem Servieren hinein und nichts verfärbt sich. Buen provecho!

 

Pico de Gallo

Auch Pico de Gallo ist typisch mexikanisch und darf eigentlich auf keinem Buffet und bei keinem Essen fehlen. Dieses Gericht „tarnt“ sich als Tomatensalat. Auf den ersten Blick ist nämlich manchmal nicht erkennbar, das neben Tomaten und Zwiebeln noch eine andere Zutat mit drin ist, die dem Ganzen einen besonderen Geschmack verleiht: Koriander! Der schmeckt hier übrigens deutlich anders als in Europa.

1 mittelgroße Tomate, gewürfelt

1 Zwiebel, fein gehackt

1/2 frische grüne Chili, Samengehäuse entfernt, gehackt...

2 Zweige frischer Koriander, fein gehackt

1/8 TL Salz

1/8 TL Pfeffer

 

Wer möchte kann einen Spritzer Limettensaft hinzu geben. Servieren mit Totopos (nein, die kleinen Chips heißen nicht Taco Chips und auch nicht Nachos - und fertig.

Wer’s richtig scharf mag, kann auch noch eine Chili-Sauce dazugeben. Aber Vorsicht! „Scharf“ bedeutet hier in Mexico „so scharf, dass du Schnappatmung bekommst“ ;-)

Buen provecho!

 

Horchata – mexikanisches Reiswasser

Dieses Getränk ist etwas für Schleckermäulchen und erinnert ein wenig an flüssigen Milchreis. Obwohl es süß ist, hat es dennoch etwas sehr Erfrischendes. Die Zubereitung ist einfach. Ihr braucht:

1 Tasse gesäuberten Reis

2,5 Liter Wasser

1 Dose Kondensmilch

1 Dose gezuckerte Kondensmilch (z.B. Nestle Milchmädchen)

1 paar Tropfen Vanilleextrakt

1 Zimtstange

 

Den Reis für ca. 1 Stunde in 2,5 Liter Wasser legen. Anschließend den Reis und einen halben Liter des Wassers in einen Mixer geben. Dazu kommen die beiden Dosen Kondensmilch. Ein bisschen Zimt dazugeben und mixen.

Das alles in den Rest des Wassers geben,  mixen und anschließend durch ein feines Sieb gießen. Zucker und Vanille nach Belieben hinzufügen und mit Eiswürfeln im Glas servieren. Mit ein wenig Zimtpulver dekorieren. Optional: eine kleine Limettenscheibe ins Glas legen.

Man munkelt, dass Horchata – aufgepeppt mit einem kleinen alkoholischen „Schuss“ - auch sehr lecker wäre. Dann nennt man es übrigens „agua loca“ – verrücktes Wasser ;-)

Viel Spaß beim Zubereiten!

 

 

Agua de Jamaica - Hibiskusblütentee

 

Dieses köstliche und kalte Erfrischungsgetränk ist ein Tee – und zwar aus getrockneten Hibiskusblüten. In Mexiko bekommt man die Blüten in jedem Supermarkt in der Obst- und Gemüseabteilung - entweder lose oder abgepackt. Die Zubereitung ist ganz einfach. Ihr braucht für den „Grundstoff:

 

 

 

0,5 Liter Wasser

 

100 Gramm Zucker

 

10 Gramm getrocknete Hibiskusblüten

 

Eine halbe Limette. 

 

Den Zucker und die Hibiskusblüten gebt ihr in das Wasser, lasst das Ganze 5 Minuten bei geringer Hitze kochen. Danach stellt ihr es zur Seite und lasst es rund 10 Minuten ziehen. Die Flüssigkeit gebt ihr durch ein Sieb, damit ihr die Blüten abfangen könnt, schließlich wollt ihr die ja nicht im Getränk schwimmen haben ;-).

Danach geht ihr ans Verdünnen, indem ihr langsam kaltes Wasser dazu gebt – je nach persönlichem Geschmack bis zu einem Liter. Dann noch die Limette dazu – und fertig ist euer agua de jamaica. So richtig erfrischend schmeckt`s mit Eiswürfeln.

 

 

Cochinita Pibil

Unsere Gäste sind immer ganz begeistert, wenn wir das auf unseren Touren auf dem Büffet haben. Cochinita Pibil ist ein Schweinefleisch-Gericht, das typisch für Mexiko und vor allem für Yucatan ist. Die Bezeichnung „Pibil“ bei einem Gericht bedeutet, dass es klassischerweise in einem Erdofen oder einem Erdloch gegart wird, das mit Bananenblättern abgedeckt wird. Durch diese Zubereitungsart und das langsame Schmoren ist das Fleisch superzart und hat eine Konsistenz wie pulled pork.

Ok, nun hat nicht jeder einen Garten oder einen Erdofen, aber es geht auch im normalen Backofen :-)

Wir haben uns auf die Suche nach einem Rezept gemacht, das ihr ganz einfach nachkochen könnt. Die Zutaten sind für 4 Personen angegeben. (Die etwas exotischeren Zutaten bekommt ihr am besten im Asialaden):

 

2,5 Kilo Schweinefleisch (typischerweise aus der Schulter; je nach persönlichem Geschmack eher sehnig und fettreicher oder mager)

5 Esslöffel Annatto Samen

2 Teelöffel Kreuzkümmel

1 EL Pfefferkörner

8 Nelken

½ TL frischen gemahlenen/zerdrückten Knoblauch oder 2 TL Knoblauchpulver

4 getrocknete Habanerochilli

125 ml Orangensaft

125 ml Weißweinessig

2 TL Salz

4 Zitronen

Tequila (kann man auch weglassen)

Bananenblätter

 

Zubereitung:

Die Gewürze in einer Schale gut zermahlen. Den Orangensaft mit dem Saft der ausgepressten Zitronen mischen und dazugeben. Dazu kommen nun Weißweinessig, Salz, Knoblauchpulver und (wenn gewünscht) Tequila . Alles gut vermischen – und fertig ist die Sauce!

 

Das Fleisch schneidet ihr in circa 5 cm große Stücke und mischt es danach sorgfältig mit der Sauce, z.B. in einem Beutel, damit es vollständig bedeckt wird. Diese Mischung gebt ihr in eine mit Bananenblättern ausgelegte Auflaufform. Jetzt mit Bananenblättern zudecken. Anschließend alles mit Alufolie abschließen, damit das Aroma erhalten bleibt.

 

Jetzt lasst ihr das Fleisch gute 3 Stunden lang bei 160 Grad im Backofen schmoren. (Stellt am besten ein Blech drunter, denn sicher wird ein bisschen Saft runtertropfen.)

 

Mmmmmmh … das riecht jetzt schon lecker, oder? Klassischerweise isst man Cochinita pibil mit Mais-Tortillas. Buen provecho!