Wild und frei am schönsten:

Delfine - die Wunderwesen des Meeres

Es gibt kaum jemanden, der sie nicht liebt: Delfine! Und fast jeder hat in seiner Kindheit mindestens eine Folge „Flipper“ gesehen und sich gewünscht, diesen klugen Meeressäuger zum besten Freund zu haben. Wenn wir ihnen auf unserer Tour durch das Naturschutzgebiet Sian Kaan oder gelegentlich auch auf der Fahrt nach Holbox in freier Natur begegnen, sind einige Gäste so berührt, dass sie tatsächlich Tränen in den Augen haben. Kein Wunder, eine Begegnung mit diesen wundervollen Geschöpfen ist auch wirklich einmalig! Und so hören wir auch jedes Mal ein kollektives „Oh!“, wenn sich die Tiere ganz freiwillig dem Boot nähern und uns eine Weile begleiten. Man hat fast den Eindruck, als wären sie genau so neugierig auf uns wie wir auf sie!

 

Delfine gehören zu den Zahnwalen und sind somit Säugetiere, die im Wasser leben. Sie sind die vielfältigste und größte Familie der Wale und sind in allen Meeren verbreitet. Wir sehen hier überwiegend so genannte Flaschennasen-Delfine. Im Gegensatz zu „Flipper“, also dem großen Tümmler, sind sie etwas ruhiger, keine großen Sprung-Artisten, und ihre Nase ist – und daher haben sie ihren Namen – auch etwas runder als bei anderen Delfinarten. Durch ihre sehr speziell geformte Schnauze sehen sie aus, als ob sie ständig lächeln würden. Auch diese Besonderheit macht sie für uns alle so anziehend, und ganz unwillkürlich lächelt man bei ihrem Anblick auch selber.

 

Delfine zählen zu den intelligentesten Tieren. Das liegt daran, dass ihr Gehirn groß ist und eine komplexe Hirnrinde hat. Viele Wissenschaftler vertreten inzwischen sogar die Meinung, dass Delfine nicht nur eine hohe geistige Kapazität haben, sondern auch über eine emotionale Intelligenz verfügen und demnach fähig sind, Leid und Kummer - zum Beispiel bei Schmerz, Gefangenschaft oder Verlust - zu empfinden. Sie sind sehr soziale Wesen, die meist in Gruppen zusammenleben und ein ausgeklügeltes Kommunikationsverhalten haben. Sie verständigen sich mit Klicklauten, Pfeifen, Schnattern und anderen Geräuschen untereinander. Sie kommunizieren aber auch durch Körperkontakt mit ihren Artgenossen. Außerdem sind sie in der Lage, ihre Umwelt durch Echo-Ortung wahrzunehmen.

 

Delfine sind schnelle Schwimmer, sie erreichen Geschwindigkeiten bis zu 55 Kilometer pro Stunde und brauchen Platz zum Leben und zur Nahrungssuche. In den Weiten des Ozeans sind sie deshalb perfekt  aufgehoben. Das ermöglicht ihnen - neben der Freiheit zum Schwimmen von großen Distanzen - auch das Abtauchen in tieferes (und kühleres) Wasser. Ja, Delfine brauchen Schatten! Ihre Haut ist empfindlich, und zu starke Sonneneinstrahlung oder gar ein Austrocknen der Haut ist für sie gefährlich. Ein kleines (Beton-) Becken, in dem weltweit nach wie vor Delfine zur Schau gestellt werden, kann daher nie die Standards eines Meeres besitzen, verhindert ihr natürliches Sozial- und Jagdverhalten und schadet ihrer Gesundheit. Auch der Kontakt mit Menschenhaut und den darauf befindlichen Bakterien ist übrigens für Delfine nicht gut, weil sie dadurch Hautkrankheiten entwickeln.  

Delfine schlafen, indem sie immer eine Gehirnhälfte einschlafen lassen. Die andere bleibt wach!  Dadurch können sie ihre Atmung aufrechterhalten. Außerdem bleibt ein Auge beim Schlafen stets geöffnet, so dass sie ihre Umgebung und mögliche Angreifer weiterhin wahrnehmen können. 

Wie alle Wale bringen Delfine stets nur ein Junges zur Welt. Die Tragzeit beträgt im Durchschnitt ein Jahr, variiert aber von Art zu Art. Die Kälber bleiben teilweise bis zu sechs Jahren bei ihren Muttertieren, beginnen aber bereits im Alter von wenigen Monaten, selbstständig Nahrung zu suchen. Bei den Flaschennasen-Delfinen sind es so um die 22 Monate, die das Baby bei der Mutter bleibt. (Der Vater haut übrigens nach der Zeugung fix wider ab, sobald er seinen Spaß hatte …) Tja, auch in der Delfin-Welt ist nicht alles so romantisch, wie man es sich vorstellt ;-)

 

Man könnte stundenlang über diese faszinierenden Tiere reden und schreiben. Oder man schaut sie sich an – und zwar dort, wo sie auch hingehören: im offenen Meer - zum Beispiel auf unserer Sian Kaan Tour. Wir jedenfalls finden sie wild und frei am allerschönsten.