Algen? Seegras? Oder was?

 

Wir bekommen vermehrt Anfragen zur Algensituation an der Riviera Maya. Daher möchten wir euch ein bisschen was dazu erzählen und eure Fragen hier beantworten.

 

Woher kommt das Sargassum und warum vermehrt es sich seit ungefähr einem Jahr so extrem?

Entgegen dem landläufigen Sprachgebrauch handelt es sich nicht um Seegras, sondern um eine Braunalge – das Sargassum. Über die Herkunft des Sargassums waren sich Wissenschaftler lange nicht einig und es gab unterschiedliche Theorien. Inzwischen ist man sich mehrheitlich sicher, dass das Sargassum aus der so genannten Sargasso-See kommt und mit den Strömungen n die Küsten getrieben wird. Jahreszeitlich schwankend gab es immer mal Anschwemmungen von Sargassum, aber sie bewegten sich in einem überschaubaren Rahmen. In 2015, einem sogenannten El Nino Jahr, kam es zu einem verstärkten Wachstum. 2016 und 2017 waren die Strände dann wieder algenfrei.

Seit rund einem Jahr ist ein überproportionales Wachstum zu beobachten, und das Sargassum wird mit Ostwinden an die Küsten von Mexiko, Kuba, Jamaica, der Dominikanischen Republik, Florida und weiteren Karibikdestinationen geschwemmt. Auch 2019 ist übrigens wieder ein El Nino-Jahr.

Warum wächst es nun so verstärkt? Auch darüber streiten sich viele Experten. Fest scheint jedoch zu stehen, dass das Sargassum durch die Klimaerwärmung und die Verschmutzung der Weltmeere blüht, sich also vermehrt. Auch Düngemittel, die von der Landwirtschaft in Südamerika ins Meer abgeleitet werden, scheinen nicht ganz unschuldig zu sein. Wir haben also alle – auf die eine oder andere Weise – irgendwie dazu beigetragen, denn die Klima- und damit auch die Wasser-Erwärmung ist ein globales Problem und geht uns alle an.

 

Was sind die Auswirkungen für die Natur?

Für das größte Ökosystem, das wir haben, nämlich das Meer und seine Bewohner, hat das Sargassum gravierende Auswirkungen. So verfangen sich zum Beispiel Schildkröten und kleine Fische in den Sargassum-Teppichen und können sich nicht aus eigener Kraft befreien.

Auch haben es die Schildkröten an manchen Stränden schwer, zur Eiablage an Land zu kommen, da sie die Berge des dort angeschwemmten Sargassums nicht überqueren können.

Über die Langzeitfolgen kann man nur spekulieren … Und auch den Tourismus in den betroffenen Ländern trifft das Problem hart.

 

Was wird gegen das Sargassum unternommen? Und wo kommt es eigentlich hin?

In allen betroffenen (Bundes-) Staaten gibt es unzählige Anstrengungen, das Problem in den Griff zu bekommen. Es werden z.B. schwimmende Barrieren errichtet, die das Anschwemmen des Sargassums verhindern sollen. Über den tatsächlichen Erfolg gibt es jedoch noch keine verlässlichen Langzeit-Erfahrungen.

An den Stränden wird – zum Teil manuell und zum Teil mit Maschinen – gesäubert, damit ein ungehinderter Zugang ins Meer möglich ist. Problem daran ist nur, dass mit dem Sargassum auch viel Sand entfernt wird und die Strände dadurch kleiner werden.

Mit dem aufgesammelten Sargassum – und wir sprechen hier von Tonnen und Tonnen täglich – gehen die betroffenen Kommunen unterschiedlich um. In Gebieten mit Landwirtschaft und Feldern wird es zum Teil als Düngemittel verwendet. In Staaten wie Quintana Roo mit den Haupt-Touristenorten, ist das nicht möglich, da wir hier überwiegend Dschungel haben. Also wird es abtransportiert, verbrannt, vergraben oder – und es gibt ja immer wieder pfiffige Köpfe – kreativ verwendet. Inzwischen wurde ein Haus daraus gebaut, und eine mexikanische Firma hat einen Schuh auf den Markt gebracht, der Sargassum verwendet.

Wissenschaftler mehrerer Staaten haben sich inzwischen zusammengetan, um Lösungen zu finden, die das Problem an der Wurzel packen – nämlich Sargassum erst gar nicht entstehen zu lassen.

 

Kann ich noch baden?

Es gibt Tage, an denen das Meer traumhaft türkis ist und Tage, an denen sehr viele Algen am Strand liegen. Zu welcher Jahreszeit sich was und wie entwickelt, können wir leider nicht vorhersehen. An einigen Buchten ist es schlimmer, an einigen Hotels ist fast gar nichts. Zudem arbeiten die Mitarbeiter der Hotels rund um die Uhr und oftmals per Hand, um die Algen für die Besucher zu entfernen. Ihr werdet also trotzdem das Meer genießen können.

 

Gibt es Orte ohne Algen? Oder Alternativen?

Mexiko hat als Land sehr viel zu bieten, nicht nur Traumstrände, sondern auch traumhafte Süßwasserlagunen, karibische Inseln, tropische Tiere und Maya-Tempel. Trotz der Algensituation kann man hier einen traumhaften und unvergesslichen Urlaub verbringen. Auf vielen unserer Touren werdet Ihr keine Algen im Wasser sehen und könnt den Tag so richtig genießen. Zum Beispiel in Bacalar oder auf Holbox könnt ihr perfektes karibisches Feeling erleben. Oder ihr taucht mit uns auf unseren Touren nach Tulum, Chichen Itza, Cobá oder Ek Balam in die Maya-Kultur ein und erfrischt euch im glasklaren Wasser der Cenoten, die wir besuchen.

 

Lasst euch also bitte euren wohlverdienten Urlaub hier nicht vermiesen! Mexiko ist immer eine Reise wert, und wir werden alles dafür tun, euch die Tage hier mit unvergesslichen Erlebnissen zu verschönern!